In einem Erbfall verlangen Banken oder Behörden oft einen Erbschein als Nachweis dafür, dass der vermeintliche Erbe berechtigt ist zu erben. Liegt kein notariell beglaubigtes Testament vor, ist ein Erbschein nötig, um die gesetzliche Erbfolge nachzuweisen. Aber Vorsicht! Mit der Beantragung des Erbscheins nimmt der Antragsteller auch das Erbe an – also auch etwaige Schulden.

Der Erbschein gibt darüber Auskunft, wer Erbe und wie groß sein Erbteil ist. Ausgestellt wird er vom Nachlassgericht. Dies geschieht allerdings nicht automatisch, sondern nur, wenn man ihn beantragt. Bevor Sie einen Erbschein beantragen, sollten Sie sich ganz sicher sein, dass Sie das Erbe auch annehmen möchten, da Sie es später nicht mehr ausschlagen können.

Erbschein nötig, um Erbe anzutreten

Haben Sie eine Immobilie geerbt, aber es liegen weder ein notariell beglaubigtes Testament noch ein entsprechender Erbvertrag vor, benötigen Sie zwingend einen Erbschein. Sonst können Sie Ihr Erbe nicht antreten. Sind Sie Alleinerbe, bekommen Sie einen Alleinerbschein. Im Falle mehrerer Erben, also einer Erbengemeinschaft, wird meist ein gemeinschaftlicher Erbschein ausgestellt. Es besteht allerdings auch die Möglichkeit einen Teilerbschein zu beantragen. Dieser bezieht sich nur auf den jeweils individuellen Erbteil.

Haben Sie sich nun entschlossen Ihre Immobilie zu verkaufen, so ist zunächst eine Grundbuchänderung erforderlich. Erst durch den Eintrag als neuer Eigentümer im Grundbuch, werden Sie im juristischen Sinne erst zum Eigentümer. Die Grundbuchordnung sieht dafür die Vorlage eines Erbscheins vor. Nur wenn ein notariell beglaubigtes Testament oder ein Erbvertrag vorliegen, kann auf den Erbschein verzichtet werden. Gelegentlich verlangt das Grundbuchamt aber trotzdem das Dokument – zum Beispiel, wenn Formulierungen in Testament oder Erbvertrag unklar oder nicht eindeutig sind.

Die gesetzliche Erbfolge

Wurde vom Erblasser kein Testament aufgesetzt und auch kein Erbvertrag geschlossen, so greift die gesetzliche Erbfolge. Dort erben Verwandte gemäß Ihrem Verwandtschaftsgrad. Dabei stehen Kinder und Enkel an erster Stelle. Danach folgen Eltern und Geschwister. Den dritten Verwandtschaftsgrad nehmen Großeltern, Onkel und Tanten ein.

Den Erbschein kann man beim Nachlassgericht beantragen. Üblicherweise ist das Amtsgericht am letzten Wohnort des Verstorbenen der richtige Ansprechpartner. Der Antrag kann entweder direkt beim Nachlassgericht gestellt oder von einem Notar aufgenommen werden, der den Antrag dann an das Nachlassgericht weiterleitet. Die Gebühren richten sich nach dem Wert der Immobilie.

Sind Sie sich unsicher, was mit Ihrer Erbimmobilie geschehen soll? Kontaktieren Sie uns! Wir beraten Sie gern.

Nicht fündig:

https://de.wikipedia.org/wiki/Gesetzliche_Erbfolge

https://de.wikipedia.org/wiki/Erbschein

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/174417/umfrage/art-der-erbschaft/

 

Rechtlicher Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Steuer- oder Rechtsberatung im Einzelfall dar. Bitte lassen Sie die Sachverhalte in Ihrem konkreten Einzelfall von einem Rechtsanwalt und/oder Steuerberater klären.
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Ohne Erbschein kein Erbe?